Im Zeichen der Rinder, Vögel und Katzen

Dr. Veronika Mertens zu den Holzschnitten von Abi Shek

Schwarze Tiersilhouetten setzt Abi Shek auf großen weißen Leinwänden in zum Teil monumentalen Formaten an die Wände des Raums und erfüllt ihn rundum mit geheimnisvollem Leben: Vögel, Katzen und immer wieder Rinder. Diese Tiere sind – so paradox es scheint – gerade durch die Reduktion auf ihre Schattenbilder in besonderer Weise präsent. Nicht die äußere Erscheinung, die uns allen vertraut ist, wird hier wachgerufen, sondern ein Augenblick intensiver Anwesenheit im Raum.
Und dieser Raum ist – auf der Fläche der weiß grundierten Leinwand – zweidimensional, genauso wie das schwarze Schattenbild. Schwarz und Weiß sind die Koordinaten dieser Bilder. Darin entfaltet sich das ganze Leben zwischen Leere und intensiver Anwesenheit im Raum. In Rehovot in Israel 1965 geboren, wuchs Abi Shek im Kibbuz Beit Nir in einer ländlichen und zugleich künstlerischen Umgebung auf. Die Kommune lebt vor allem von Landwirtschaft, Viehhaltung und Schmuckherstellung. In diesem Spannungsfeld sammelte Abi Shek, Sohn eines Bildhauers und einer Goldschmiedin, seine ersten Erfahrungen, nicht selten als Traktorist oder zu Pferd als Viehtreiber. In seinen Skulpturen aus verzinktem Blech klingen oft Erinnerungen an landwirtschaftliches Werkzeug nach.